Energiesparlampe zu Unrecht am Pranger

2. September 2009

Seit heute gilt das Verkaufsverbot für alle matten Glühbirnen und Glühbirnen mit 100W. Das Verbot soll schrittweise auf alle Glühbirnen ausgeweitet werden. Hintergrund ist die Energieverschwendung der Glühbirne, die den Großteil der Energie in Wärme verwandelt und nicht, wie es ihre Aufgabe ist, in Licht. Doch „rechtzeitig“ zur ersten Etappe der Glühbirnenverkaufsverbote kocht in den Medien eine Debatte um mögliche gesundheitliche Auswirkungen, hervorgerufen durch die Energiesparlampe, hoch.

Argumentiert wird von den Verfechtern der Glühbirne folgendermaßen: der Anteil des Blaulichts sei zu hoch und bringe unseren Hormonhaushalt mit der Folge der Schlaflosigkeit durcheinander.

Richtig ist: ältere Energiesparlampen wiesen in der Tat einen höheren Blaulichtanteil auf, der durchaus in der Lage sein könnte, unseren Körper länger wach zu halten als es bei normalem Tageslicht oder der alten Glühbirne der Fall war. Das Problem existiert bei neueren Lampen allerdings nicht mehr. Darum sollten Sie beim Kauf unbedingt darauf achten, dass Sie sich nicht an den Restbeständen gütlich tun sondern dass Sie ein qualitativ hochwertiges Produkt in den Händen halten. Da kann schon den einen oder anderen Euro mehr kosten, am Ende aber werden Sie reichlich sparen.

Ein anderes Argument der Gegner ist die angeblich hohe, elektromagnetische Strahlung, oder auch der Elektrosmog.

Richtig ist: es gibt hierzu keine seriösen wissenschaftlichen Studien. Das Bundesamt für Strahlenschutz beurteilt die Gefahren durch elektromagnetische Strahlen, verursacht durch die Energiesparlampen, als äußerst gering. Die Strahlenwerte liegen weit unterhalb der Grenzwerte. Ein Handy, getragen in der Hosentasche, ist wesentlich schädlicher, was die Strahlung anbetrifft.

Schließlich führen die Gegner gerne den hohen Quecksilbergehalt ins Feld. Das würde angeblich zu gesundheitlichen Problemen bei schadhaften Lampen bzw. zu Umweltproblemen bei nicht fachgerechter Entsorgung führen.

Richtig ist: Energiesparlampen benötigen Quecksilber, damit sie leuchten können. Vorsicht ist dabei geboten, wenn Energiesparlampen zerbrechen. Der Gehalt ist aber so gering, dass keine wirklich Gefährdung von einer kaputten Lampe ausgeht. Vorsichtshalber sollte man kurz lüften. Ein Raucher inhaliert mit dem Zigarettenrauch wesentlich mehr Quecksilber als ein Mensch, der ein Sparlampe auf den Boden fallen lässt.

Allerdings stimmt es auch, dass die Energiesparlampen einer gesonderten Entsorgung bedürfen. Sie können daher kostenlos, genau wie Elektro-Altgeräte, an Sammelstellen abgegeben werden. Fälschlich über den Hausmüll entsorgt gelangt das Quecksilber irgendwann an die Atmosphäre und stellt ein Umweltproblem da.

Wie Sie sehen ist es falsch, die neuen Lampen zu verdammen. Anlass zu ernsthaften Bedenken besteht nicht, wohl aber zur Freude über den hohen Umweltnutzen und die eingesparten Euros.

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