Wende ohne Ende

11. Juli 2011

Ende letzter Woche hat das Energietheater ein Ende genommen: im Bundestag hat eine breite Mehrheit für den Atomausstieg gestimmt. Zu der Mehrheit gehörten auch die Abgeordneten der SPD, nicht, weil wir das Verhalten der schwarz-gelben Regierung toll fanden, aber weil der Ausstieg überfällig ist und wir denken, dass eine große Mehrheit für diesen wichtigen Schritt die Befriedung in der umkämpften Atomfrage erleichtert.

Wir erinnern uns an das erbärmliche Schauspiel der Abgeordneten von Union und FDP: im Winter hatte man unter Umgehung des Parlaments den Atomausstieg rückgängig gemacht, alles sei sicher hieß es, das Restrisiko sei beherrschbar, wir könnten in der kurzen Zeit die Erneuerbaren Energien nicht so aufbauen, dass sie die Lücke füllen können, hieß es immer wieder. Dazu ein kleiner Privatvertrag der Regierung mit den Konzernen – die Opposition natürlich immer außen vor.

Jetzt also erleben wir den Ausstieg aus dem Ausstieg aus dem Ausstieg, alles zurück auf „Los“, so, wie es jetzt beschlossen wurde, hatte es seinerzeit die rot-grüne Regierung beschlossen, damals noch im Einvernehmen mit der Energiewirtschaft. Das gibt es jetzt nicht mehr, Milliardenschwere Klagen drohen, der Steuerzahler wird es der Regierung danken, denn die Konzernchefs reiben sich die Hände, wenn sie damit durchkommen.

Um die Energiewende zu bewältigen benötigen wir für eine Übergangszeit mehr fossile Großkraftwerke, sei es auf Basis von Kohle oder Erdgas. Dadurch wird kein Gramm CO2 mehr in die Luft geblasen als sonst, denn die Gesamtmenge der Treibhausgase in Deutschland ist gedeckelt, was mehr anfällt müssen andere weniger produzieren. In dem Zusammenhang halte ich auch die Erforschung und Erprobung von CCS, also der Abscheidung und Speicherung von CO2 aus dem Rauchgas von Kraftwerken und anderen industriellen Anlagen, für sinnvoll. Ob es zur Anwendung kommen wird, ist noch nicht gewiss, aber die Möglichkeit sollten wir nicht einfach ausschließen, wir berauben uns einer großen Chance. Die Erneuerbaren Energien werden weiter über das EEG gefördert, aktuell sind wir schon bei 20% Anteil an der gesamten Strommenge. Neben dem Ausbau, der zu einem großen Teil auf verstärkter Produktion von Windkraft beruhen wird, benötigen wir einen Ausbau der Netze. Neue Erdgaskraftwerke können Schwankungen ausgleichen und Verbrauchsspitzen abfangen. Alte Kohlekraftwerke werden der Reihe nach vom Netz gehen, weil wir sie nicht mehr brauchen. Auch dezentrale Stromerzeugung in sogenannten virtuellen Kraftwerken und die Speicherung von Energie, um sie bei Bedarf abrufen zu können, sind wichtige Bausteine im Energiemix der Zukunft.

Im folgenden habe ich einige wertvolle Links gesammelt, die zeigen sollen, wie es mit der Energiewende klappen wird:

Ein Papier zur Umstrukturierung der Stromversorgung in Deutschland hat das UBA verfasst:

http://www.umweltdaten.de/publikationen/fpdf-l/4117.pdf

Ebenfalls vom UBA sind diese Übersichtskarten zum Thema Stromproduktion:

Alle Kraftwerke inkl. der Windleistung: http://www.umweltbundesamt.de/energie/archiv/kraftwerke_mit_windleistung.pdf

Strommixe der Bundesländer:

http://www.umweltbundesamt.de/energie/archiv/strommix-karte.pdf

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