Klimaschutz wischiwaschi

19. Dezember 2011

War das jetzt der große Wurf, von dem der Bundesumweltminister Röttgen behauptet, er sei historisch und ein sensationeller Fortschritt? Oder war alles nichts, wie es viele Umweltorganisationen behaupten? Irgendwo dazwischen liegt wohl die Wahrheit, wenngleich die Umweltorganisationen meiner Meinung nach näher an der Realität sind als Röttgen.

Auch die USA, Indien und China, Länder also, die bisher keine Verpflichtung eingegangen sind und das Kyoto-Protokoll nicht unterzeichnet hatten, haben den Kompromiss akzeptiert und wollen in Zukunft wie alle anderen auch Treibhausgasemissionen reduzieren. Das ist gut.

Schlecht ist, dass sie das frühestens ab 2020 tun werden. Und dass das Abkommen, das diesen Verpflichtungen zu Grunde liegt, erst 2015 beschlossen werden soll.

Sie können also noch acht lange Jahre alles falsch machen und Gas geben, alle Fehler nachholen, die wir vorgemacht haben. Vermutlich wird es dann noch darauf hinauslaufen, dass Reduktionsverpflichtungen auf den Durchschnittswert der letzten Jahre bezogen werden, also die Hochphase der Entwicklung mit den höchsten Emissionen.

Positiv zu erwähnen wäre noch, das CCS, also die Abscheidung und Speicherung von Kohlendioxid aus dem Rauchgas von Kraftwerken und Industrieanlagen als eine Möglichkeit in die Clean Development Mechanismus aufgenommen wurden. Wir dürfen keine Möglichkeit außer Acht lassen. Das hehre Ziel der Begrenzung auf einen Temperaturanstieg von 2°C ist ohnehin kaum noch zu schaffen.

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